Hühnergott, Donnerkeil und Feuerstein

Links ein Kreidestein, rechts ein Hühnergott
Links ein Kreidestein, rechts ein Hühnergott

Steinfunde an den Kreidefelsen

An den Stränden der Kreidefelsen Rügen kannst du viele Steine finden. Es gibt sie in vielen verschiedenen Formen und Farben. Natürlich kann ich dir hier nicht alle Steinarten beschreiben, die du auf deinen Strandspaziergängen finden wirst. Doch einige spezielle möchte ich dir vorstellen: Hühnergott, Donnerkeil, Feuerstein und Bernstein. Wenn du im Nationalpark Steine sammeln möchtest, denk daran, dass es nur in kleine Mengen erlaubt ist (zum Privatgebrauch).

Wenn du siehst dass große Steinhaufen oder-wälle aufgeschüttet sind, diese auf KEINEN Fall abtragen. Sie dienen meistens dem Küstenschutz und haben eine wichtige Funktion.

Am Kreidefelsen Strand haben wir Hühnergott, Feuerstein und Kreide gefunden
Am Kreidefelsen Strand haben wir Hühnergott, Feuerstein und Kreide gefunden

Kreidesteine

Die gesamte Küste zwischen Sassnitz und Lohme besteht ja aus Kreide. Kreide ist ein eher „weiches“ Gestein. Überwiegend entstand sie durch Knochen und Schalen der Lebewesen, die in der sogenannten Kreidezeit (vor ca.145,5 bis 65,5 Mio.) in den Ozeanen lebten. Durch Verdichtung und Ablagerung entstand nach und nach die Kreide, wie wir sie an den Küsten sehen. Es gibt die Kreide aber nicht nur als Felsen, sondern auch als kleine Steine. Oft sind sie „knollenförmig“. Teilweise liegen die Kreidesteine offen am am Strand. Findest du reine Kreide, dann hat sie ähnliche Eigenschaften wie eine „Tafelkreide“, dass heißt du kannst damit malen und schreiben. Wir haben es am Strand ausprobiert.

Kreide zum Malen - vom Strand in Rügen
Kreide zum Malen – vom Strand in Rügen

Heutzutage wird diese Kreide oft in der Kosmetik, in der Malerei, als Schleifmittel oder Baustoff eingesetzt. In vielen Kreidesteinen findest du aber auch andere Steine eingeschlossen, z.B. den Feuerstein.

Feuersteine und Hühnergott

In vielen Kreidesteinen findest du an der Küste eingeschlossenen Feuerstein. Diesen erkennst du an seiner schwarz-grauen Farbe. Die Oberfläche scheint „ölig“ zu sein. Feuerstein hat ziemlich scharfe Abbruchkanten. Achtung du kannst dich damit schneiden! Nicht umsonst war der Feuerstein in der Steinzeit eines der wichtigsten Materialien. Er wurde als Speerspitze verwendet, als Schneidwerkzeug und zu vielem mehr. Und woher hat der Feuerstein seinen Namen? Man kann mit dem Feuerstein Feuer erzeugen.

Allerdings gelingt die das nicht, wenn du Feuerstein auf Feuerstein schlägst. Du brauchst dazu am besten Stahl. In unseren Selbstversuchen hat sich am besten eine Feile geeignet. Damit konnten wir schöne große Funken erzielen. Bei den Feuersteinen gibt es auch welche mit besonderen Formen, z.b. die Hühnergötter.

Feuersteinfelder Rügen

Rügen ist einer der Plätze, wo es zahlreiche Feuersteinfelder gibt. Wir haben Feuersteine unterhalb der Kreidefelsen am Meer gefunden. Dorthin musst du wandern. Es gibt aber auch Feuersteinfelder Rügen, wo du in kürzerer Entfernung ab dem Parkplatz hinkommst. Am einfachsten und bekanntesten ist das Feuersteinfeld in Neu Mukran. Der Parkplatz liegt direkt der Durchgangsstraße. Hier der Google Routenplaner dazu.

Rund 30 Minuten führt die kleine Wanderung über die Feuersteinfelder. Teilweise ist die „Steinwüste“ mittlerweile bewachsen mit Wacholderbüschen. Sie wachsen hier wild. Wenn du mehr über die Botanik und die Feuersteinfelder wissen willst, kannst du dich auch einer geführten Wanderung anschließen.

Hühnergott

So schaut ein Hühnergott aus
So schaut ein Hühnergott aus

Einige Feuersteine haben Löcher, diese nennt man Hühnergott und sind sehr beliebte Sammlerstücke. Wie sind die Löcher entstanden? Einschlüsse von „fremden“ Gestein, das später herausgebrochen oder herausgewaschen wurde, führt zu den Löchern in den Hühnergöttern. Und warum heißen sie Hühnergott? Das geht auf einen alten Aberglauben zurück. Woher dieser genau kommt ist nicht mehr ganz nachvollziehbar, aber anscheinend haben schon alten slawischen Stämme damit ihre Hühner beschützt. Heute werden sie von vielen als Talisman genutzt. Wir haben bei unserem Besuch am Strand unterhalb der Kreidefelsen sehr viele Hühnergötter gefunden. So kommst du hin zum Fundplatz:

—> zum Hühnergötter Platz

Unser Hühnergott Fund am Kreidefelsen Rügen Strandweg
Unser Hühnergott Fund am Kreidefelsen Rügen Strandweg

Donnerkeile

Eine weitere interessante Steinform sind Donnerkeile. Sie sehen aus wie kleine Zylinder mit spitz zulaufender Form und gelblicher Farbe. Sie sind die Überreste von kleinen Tintenfischen aus der Urzeit. Sie sind nicht leicht zu finden. Wir haben keine gesehen. Es soll aber laut verschiedenen Quellen dern Küste rund um Sassnitz viele Donnerkeile geben – also auch unter der Kreidefelsen!

Bernstein

Sehr beliebt bei Sammlern ist natürlich auch der bekannte Bernstein. Bernstein ist ja eigentlich gar kein Stein, sondern fossiles Baumharz. Deshalb findet man auch öfters kleine Insekten eingeschlossen. Die Farbe ist gelb bis braun und oft leicht durchscheinend. Am leichtesten findet man ihn im Winter, denn dann schwimmt er aufgrund seiner Dichte eher nach oben. Leider ist es nicht einfach den Bernstein vom gefährlichen Phosphor zu unterscheiden.

Phosphor ist ein „Überbleibsel“ aus dem zweiten Weltkrieg und sehr leicht entzündlich. Schon ab 20° Grad und in Verbindung mit Sauerstoff kann es sich von selbst entzünden. Phosphor lässt sich auch nur schwer löschen. Wasser eignet sich gar nicht. Möglich ist es mit Sand oder Löschschaum. Wenn du also Bernstein sammeln möchtest, sammle am besten in einem Blecheimer, auf keinen Fall in die Hosen- oder Hemdtasche stecken. Bitte beachte Gefahrenhinweise an den Stränden und informiere vor allem auch deine Kinder!

Das Finden von Phosphor ist an der Ostseeküste sehr häufig – pass also bitte auf!

Hühnergott und Feuerstein sammeln
Hühnergott und Feuerstein sammeln

–> weitere nützliche Informationen über die Kreidefelsen Rügen

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Wir sind die Reiseblogger und vor allem gerne in der Natur unterwegs. Dabei entdecken wir viele tolle Plätze. Unsere Erlebnisse und Eindrücke zeigen wir gerne, so wie hier die Kreidefelsen Rügen. Meist sind wir vor unserer Haustüre im Karwendel unterwegs.

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